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Witze, Jokes und Lachnummern

Die Wette

Johann Wolfgang von Goethe befand sich in vornehmer Gesellschaft und wurde vom Sohn der Gastgeber wie folgt angesprochen:
“Hochverehrter Herr Geheimrat, auch wenn Sie Deutschlands Dichterfürst sind, möchte ich Ihnen dennoch die Wette anbieten, dass ich Ihnen zwei Wörter sagen kann, aus denen selbst Sie keinen Reim machen können.”

Goethe antwortete:
“Junger Mann, ich nehme diese Wette gerne an, nennen Sie mir die zwei Wörter.”

Der junge Mann antwortete:
“Die zwei Wörter sind HAUSTÜRKLINGEL und MÄDCHENBUSEN.”

Nachdem Goethe sich einige Minuten zurückgezogen hatte, lieferte als Beweis dafür, dass er tatsächlich Deutschlands Dichterfürst sei, das folgende Gedicht:

Die Haustürklingel an der Wand,
der Mädchenbusen in der Hand
sind beides Dinge wohl verwandt.

Denn, wenn man beide leis’ berührt,
man innen drinnen deutlich spürt,
dass unten draußen einer steht,
der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht.


Kurt Tucholsky (1930)

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und […]

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Der Busen

Beliebt ist bei der Männerwelt
ein schöner Busen, der gefällt,
der unsre Frauen herrlich ziert,
und immer wieder neu verführt.
Den Reizen, denen wir erliegen,
sobald wir sie zu fassen kriegen,
soll dies Gedicht gewidmet sein,
ganz gleich, ob diese groß, ob klein.
Wie launisch zeigt sich die Natur,
wenn sie gestaltet die Figur:
Da - lässt sie tolle Formen wippen,
dort - sieht man nichts, […]

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Nachtgebet eines Pfarrers

Also sprach der Pfarrer Rau
um Mitternacht zu seiner Frau:
Oh, mein gutes bestes Weib,
jetzt besteig ich Deinen Leib.
Oh Herr, gib mir zu diesem Werke
des Bullen Kraft, des Löwen Stärke,
des Kaninchen Emsigkeit,
von nun an bis in Ewigkeit.
Und nun empfange meinen Samen.
Amen.

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Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?

Wer rattert so spät durch Nacht und Wind,
es ist der Vater mit seinem Kind.
Der Sohn sitzt in Beiwagen sicher und warm,
der Vater fährt im Zickzack, dass Gott erbarm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst Vater du den Laternenpfahl nicht.
Das Pfählchen, das kleine, wozu das Geschrei,
schon saust er um Haaresbreite vorbei.
Mein Vater, mein Vater, […]

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Der Frühling

Wie wundervoll ist die Natur,
man sieht so viele Blüten,
auch sieht man Schafe auf der Flur
und Schäfer die sie hüten.
Ein leises Lied erklingt im Tal,
der müde Wanderer singt es
ein süßer Duft ist überall,
bloß hier im Raum da stinkt es
(Heinz Erhard)

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Schmidt und Zerlett

Ach was muss man oft von bösen
Männern hören oder lesen,
wie zum Beispiel hier von diesen,
welchen Schmidt und Zerlett hießen.
Menschen necken, Witze machen,
über ernste Sachen lachen,
Unsinn, Possen, Spott und Hohn,
das ist dem Schmidt seine Passion.
Zerlett macht am liebsten Krach.
An der Orgel, weh und ach,
mit vielen bösen Dezibelen,
tut er gerne Menschen quälen.
Schlimm genug wird mancher sagen,
doch es […]

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Die Turmuhr

Bläst um unsre Kirche Turm
aus Norwest ein starker Sturm
geht die Turmuhr übern Dach
immer nach.
Wenn der Sturm sich aber dreht,
von der andern Seite weht
und man blickt zu Uhr empor
geht sie vor.
Bläst jedoch der Sturm voll Zorn
mal ganz anders, mal von vorn,
kann man an den Zeigern seh’n
sie bleibt steh’n.
Wenn der Sturm sich aber legt
und kein Lüftchen sich […]

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Schneewitchen

Königin mit dunklen Haaren
Konkurrentin jung an Jahren
Jähzorn, Zwietracht, Eitelkeit
Königin zieht Scheitel breit
Spiegelkommentar hetzt täglich
Situation wird unerträglich
Opfer der Begierde flieht
Und in die Kommune zieht
Dort ist sie die nummer acht
Die dem Rest den Haushalt macht
Erst ist frieden etwas später
Altes Weib wird Attentäter
Und ein Apfel wird halbiert
Mädchen schluckt ihn, kollabiert
Kumpel trauern, gucken dumm
Abtransport Aquarium
Prinz kreuzt weg - Kolonne […]

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Hänsel und Gretel

Nahrungsmittel werden knapp
Eltern schieben Kinder ab
Opfer von Familienplanung
Haben davon keine Ahnung
Suchen ihre alte Wohnung
Irren durch die Fichtenschonung
Abend naht, der Forst wird stiller
Gören finden eine Villa
Knabberriegel, süß Geklunker
Stichwort: Kalorieenbunker
Kinderaugen läuchten heller
Besitzer steht auf Kinderteller
Brüderlein, das rafft verschwommen
Irgendwie in Haft genommen
Alles was das Heinzel rafft
Ihm droht nun die Einzelhaft
Schlechte Karten, Falle, Zwinger
Kontrollierter Zeigefinger
Oma droht das Schlachtfest an
doch […]

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